Das Konzept

der Evangelischen Stephanus-Grundschule Pritzwalk

Unser Credo

Es kann nur noch ein Bildungsziel geben, eine Generation so auszubilden, die zum Wandel befähigt ist und von dem Grundvertrauen (Hoffnung) getragen wird, den Wandel gesamtgesellschaftlich positiv gestalten zu können.

Wenn Situationen sich ändern, bedarf es derer, die über ein Maximum an Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen und den Mut haben, neue, eigene Wege zu gehen. Es bedarf der Vorstellungskraft von Veränderung, Mobilität und Neuanfang.

Wandel ist gekennzeichnet durch Vielfalt und Überlagerung. Es werden vor allem auch Fähigkeiten benötigt, die zur sozialen Integration beitragen und die Stabilität unserer Demokratie in der Zukunft sichern.

Wenn Bildung nicht in Verantwortungsübernahme und in gesamtgesellschaftliche Handlungstaten übergeht, sondern Gebildete in Räumen der Selbstbefriedigung festsitzen und Kommunikation sich in Echokanäle ereignet, dann ist dies eine Bildung, die in der Zukunft nichts mehr nutzen wird. Es ist verschenkte Bildung.

Stufen der Bildung

Inhalte der Bildung

Ausführliches Konzept

1. Pädagogische Konzeption der Schule

Die Stephanus-Grundschule Pritzwalk steht allen Mädchen und Jungen im Grundschulalter unabhängig von ihrer sozialen Ausgangslange, ihrer Kultur und Religion offen.

Die Stephanus-Grundschule Pritzwalk weicht in wesentlichen Punkten vom Programm öffentlicher Schulen ab und trägt damit zur Vielfalt und zu einer inhaltlichen und konzeptionellen Erweiterung und Entwicklung des Schulwesens bei.

Allgemein

Die Schulkultur der Stephanus-Grundschule basiert auf Menschlichkeit, Partizipation, Demokratie und einen evangelischen Geist. Die Entwicklung der Schüler und Schülerinnen soll in Gemeinschaft, Verlässlichkeit, wiederkehrende Rhythmen erfolgen, die mit beständigen kognitiven und lebensbezogenen Herausforderungen verknüpft wird. Das Bildungsideal der Stephanus-Grundschule sind Menschen mit hoher Selbstwirksamkeit und Selbstwahrnehmung, die zentral und übergreifend das gemeinschaftliche und gesellschaftliche Wohl in den Blick nehmen. Schulkultur und Raumgestaltung werden eng aufeinander abgestimmt. Die Lernumgebung soll inspirierend und einladend, aber auch überschaubar sein und sich in Form von Lernlandschaften abbilden. Schülerinnen und Schüler sollen sich sowohl in der Gesamtheit des Gebäudes wie auch in der Gesamtheit der Schulgemeinschaft beheimatet fühlen, sich damit identifizieren und die Schule als ihre Lern- und Lebenswelt betrachten.

In der Stephanus-Grundschule Pritzwalk finden Selbstbildungsprozesse auf verschiedenen Ebenen einen großen Raum. Grundsätzlich wird ein ganzheitlicher Bildungsansatz verfolgt, der individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse ausgewogen miteinander verbindet. Das übergreifende Bildungsziel leitet sich von dem comenianischen Bildungsziel „Baumeister Gottes zu sein“ ab und verfolgt den Anspruch „die Welt zu verbessern“. Die individuelle Bildung bezieht sich kontinuierlich auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft, der Gesellschaft und einer lebensmöglichen Zukunft. Menschlichkeit und ethische Handlungs- und Entscheidungskompetenzen sind die zentralen Ziele der Bildung. Die Persönlichkeitsbildung im Sinne eines urteilbefähigten, verantwortlich handelnden Menschen ist das oberste Ziel und damit der Reduzierung eines Bildungsaktes auf die Aneignungen von Kulturtechniken und Wissen übergeordnet. Unterrichtsgestaltung findet auf der Grundlage von verschiedenen Strategien, Techniken, Methoden, besonderen Zeitrhythmen und unter Einbeziehung individueller Erfahrungsschätze und Potentiale der Lernenden statt. Als zentrales Leitbild und grundlegender Maßstab dient das christliche Menschenbild. Die pädagogische und strukturelle Ausdifferenzierung der Stephanus-Schule orientiert sich an drei Teilzielen: Gesundheit, Konzentration und Lebensbezug/Mut.

Ausgewogenheit/Gesundheit verfolgt das körperliche, seelische Wohlergehen des Menschen und den grundsätzlicher Lebenserhalt der Umwelt und das Maß aller Dinge

Konzentration fördert und verweist auf die innere Verfassung des Menschen und eine grundsätzliche Lernvoraussetzung von Flow, Polarisation (Montessori)

Lebensmut/Lebensbezug betont das lebenspraktische Tun, die eigene Tatkraft, Regionalität und die Integration von Zukunftsfragen.

Aus den Teilzielen leiten sich Unterrichtsstruktur und Schwerpunktsetzungen ab, daraus ergeben sich dann Inhalte und Methoden. Konzentrations- und Achtsamkeitsübungen, das Aufgreifen von christlichen Wertebezüge, Verantwortungsübernahme für individuelle, gemeinschaftliche, gesellschaftliche und globale Angelegenheiten, lebenspraktische Erprobungsmuster und die Einbeziehung der Außenwelt sind wichtige Grundlagen der Ausrichtung. Unterschiedliche Lernformen wie Einzel- und Gruppenarbeit, Freiarbeit, Projektlernen, Tages- und Wochenpläne, aber auch Frontalunterricht wechseln ab und werden immer wieder neu auf ihre Dienlichkeit überprüft. Einzelne Lernbereiche werden in Projekt- und Blockformat angeboten. Methode und Inhalt mitteln sich aus dem individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand der Kinder und ihren Potentialen, regionalen Gegebenheiten, den schuleigenen Bildungs- und Teilzielen sowie den Inhalten der Brandenburger Rahmenlehrpläne. Dies wird in Form eines eigenen Schulcurriculum abgebildet, das die Inhalte der Brandenburger Rahmenlehrpläne berücksichtigt und weiterentwickelt. Die Stephanus-Grundschule Pritzwalk garantiert eine verantwortliche Gestaltung der Übergänge für alle Schülerinnen und Schüler sowie in der Eingangsstufe wie im 6. Jahrgang.

Eine Vielfalt an Unterrichtssettings wie feste Kreiszeiten mit Sach- und Besinnungsgesprächen, gemeinsame Leistungsrückmeldungen, individuelle Lerngespräche, Schülerrat, Exkursionen, lebenspraktische Betätigungsfelder, Feiern, Gottesdienste und soziale Spiele werden zu tragenden Elementen, die sich in rhythmischer Form wiederholen. Die Ausprägung der Schulkultur wird durch die Einbindung des Kirchenjahres stark geprägt.

Die Schulgemeinde besteht aus Pädagogen, Kindern und Eltern, die alle das gesamte Leben in der Schule gemeinschaftlich mittragen. Die Schule wird von einer erweiterten Schulkonferenz als Verwaltungsrat geleitet. Hier werden neben den Eltern, Pädagogen, Schülerinnen und Schüler, die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis, der Träger und eine Person der Öffentlichkeit einbezogen. Die Schulgemeinde findet sich in regelmäßigen Abständen zu Vollversammlungen zusammen. Die Konferenz der Lehrkräfte, eine aktive SchülerInnenvertretung und der Klassenrat einer jeden Klasse sind selbstverständliche Bestandteile einer demokratischen Grundstruktur. Darüber hinaus wird sich die Schule durch aktive Patenschaften in die Begleitung und Beratung von externen Wissenschaftlern und Bildungsakteuren begeben. Als kritische Freunde sollen sie den Aufbau der Schule begleiten.

Die Stephanus-Grundschule Pritzwalk versteht sich als eine lernende Schule. Sie befindet sich in einem steten Schulentwicklungsprozess, der dazu anhält in Bezug zu den Lernenden und Lehrenden sich immer wieder neu zu überprüfen und an den grundlegenden Zielen und pädagogischen Entwicklungen auszurichten. Pädagogische Tage und Fort- und Weiterbildungen sind Pflicht.

In einer evangelischen Schule in diakonischer Trägerschaft ist gelebte Inklusion selbstverständlich. Inklusion von Kindern mit Förderbedarf schließt eine Etikettierung und Isolierung durch Aussonderung aus. Jedes Kind hat eine Begabung und das Recht auf deren Entfaltung. Somit leistet jeder Mensch seinen Beitrag für die Gemeinschaft. Das Prinzip der Selbstverständlichkeit und Individualisierung, dass jedes Kind einzigartig ist, bildet die Grundlage unseres pädagogischen Handels.

Grundlage

Die Grundlage ist eine dreifache Matrix:

  1. aus einer werteorientierten Bildung der Persönlichkeitsbildung, deren Grundlage das Evangelium ist,
  2. aus reformpädagogischen Bildungsansätzen beginnend mit den didaktischen Grundlagen des evangelischen Bischof Jan Amos Comenius über diverse reformpädagogische Entwicklungsetappen der Moderne bis hin zum kompetenzorientierten Ansatz der Gegenwart. Kompetenzorientierung ist Mittelpunkt.
  3. aus drei sich in den letzten Jahrzehnten modernen Bildungsansätzen, die Pädagogik der Achtsamkeit (sozial-emotional-ethisches Lernen), Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Regionalpädagogik.

In der Zusammenführung der drei Bildungskonzepte (a-c), der drei Säulen der Matrix formuliert die Stephanus-Grundschule Pritzwalk für sich drei leitende Bildungsziele, die jeweils in Beziehung zum Individuum, zur Gemeinschaft und zur Gesellschaft gesetzt werden und damit dem grundlegenden Bildungsanspruch der Moderne entsprechen, den Menschen in Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit zu erziehen. Die Teilziele entsprechen in ihren Umrissen dem platonischen Konzept der Dreiteilung von Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit. Im neuen Testament steht in Anlehnung dazu: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7).

Leitende Bildungsziele

Gesundheit (als Ansatz der Ausgewogenheit)
Dies umfasst Gesundheit in drei maßhaltenden Bezügen:

  1. des Einzelnen in Bewegung, Ernährung und Seele,
  2. der Gemeinschaft und Schulkultur in gegenseitiger Freundlichkeit, Fürsorge, Aufmerksamkeit, Gerechtigkeit und Ästhetik und
  3. der Mit- um Umwelt in Hinwendung, Pflege, einer maßvollen zu verantwortender Nutzung mit geringem Verbrauch und der Schutz vor Vergiftungen und Lärm.

Lebensmut und Lebensbezug (als Ansatz der Ausrichtung und Motivation):
Dies umfasst den Lebensbezug in drei Bezügen:

  1. des Einzelnen, dessen Lernen sich an Erfordernissen einer vielseitigen, handlungsfähigen Lebensgestaltung und der Zukunft orientiert,
  2. der Lernangebote, die sich an Lebenspraxis, Weltoffenheit und Weltverbundenheit orientieren, und
  3. an dem übergreifenden Programmziel „Die Welt Gottes zu verbessern.“

Konzentration (als Ansatz eines erfolgreichen Lernprozesses):
Dies umfasst die Konzentration in drei Bezügen:

  1. des Einzelnen und die Auswahl und Gestaltung der Lernsituation und des Lerngegenstandes,
  2. die Methoden, Inhalte und Lernmaterialien auf Wesentlichkeit und Nachhaltigkeit auszurichtend und
  3. auf wesentliche Fragen der Lebensgestaltung und Zukunft.

2. Gestaltung von Unterricht

Die Stundentafel der Evangelischen Stephanus-Grundschule orientiert sich an den Vorgaben des brandenburgischen Bildungsministeriums in Bezug zur ganzen Grundschulzeit.

Unterrichtet erfolgt überwiegend in Blöcken von 120 und 80 Minuten.

Die Grundschule ist eine Ganztagsschule in teilweise gebundener Form. Der Grundschule ist darüber hinaus ein Hort angegliedert. Hort- und Unterrichtszeiten reichen von 7:00 bis 16:00. Nach 16:00 Uhr ist eine weitere Hortbetreuung nach Antragstellung möglich.

Der Unterrichtsbeginn startet täglich um 8:00 Uhr mit einem ersten Block.
Die teilweise gebundene Ganztagsschule sieht von Montag bis Freitag Unterrichtszeiten von 8.00–15.00 Uhr vor.

Die erste Phase 8.00 bis 10.00 Uhr. Konzentrations- und Besinnungsphasen werden hier verbindlich eingebaut. Sie beinhaltet vor allem Freiarbeitszeiten, die Frühstückszeit und die Reflexionszeiten sowie Kreisangebote. Die Kinder dokumentieren ihre Arbeiten im Logbuch. Nach einer Bewegungsphase von 30 Minuten startet die zweite Arbeitsphase.

Die zweite Arbeitsphase: 10:30 bis 12.00 Uhr verläuft die zweite Arbeitsphase im Fachunterricht oder fächerübergreifenden Unterricht.

Mittagessen und Freizeit finden in einem langen Mittagsband bis 13.00 Uhr statt, was zusätzlichen Raum eröffnet für pädagogische Absprachen im Team.

Die dritte Arbeitsphase von 13.00–15.00 ergänzt mit Angeboten aus dem Lernbereich Ästhetik und Sport und zusätzlichen Förder- und Vertiefungszeiten sowie Angebote von Kooperationspartnern. Auch in dieser Phase werden nochmals verbindlich Konzentrations- und Besinnungsphasen eingebaut sowie am Ende eine gemeinsame Vesperzeit.

Der Montag und der Freitag werden durch verbindliche Klassenstunden und Klassenrat flankiert, die von christlichen Ritualen des Ankommens und Verabschiedens bestimmt werden. Hier finden sich Formate der Besinnung und Andacht wieder. Im Sinne einer Wochenrückschau werden in diesem Rahmen Lernprozesse reflektiert und neue Ziele formuliert.

3. Pädagogische Besonderheiten

Exkursionstag

Zu einem besonderen Alleinstellungsmerkmal der Stephanus-Grundschule wird der Mittwoch. Nach der ersten Arbeitsphase werden die anschließenden Zeitbänder für außerschulischen Erkundungen/Exkursionen, praktisches Tun (Garten, Kochen, Werkstatt) sowie Förder- und Vertiefungsphasen genutzt. Ebenso werden besondere dem christlichen Festkalender angepasste Ereignisse auch auf diesen Tag gelegt, z.B. Erntedank, Reformation, Weltgebetstag, aber auch besondere Vorführungen oder Präsentationen. Als Abschluss dieses Tages findet in regelmäßigen Abständen in der St. Nikolaikirche für Schule, Gemeinde, Kommune, Mitarbeitende und Eltern ein offener Gottesdienst statt mit anschließendem Kirchenkaffee und offener Begegnungsfläche.

Die Exkursionsangebote, die zwei Blöcke umfassen und einer Dokumentationspflicht unterliegen, werden pro Halbjahr geplant und ausgewiesen.

Sachunterricht als Welterkundung

Sachunterricht wird in der Struktur der Stephanus-Grundschule Pritzwalk einen zentralen Stellenwert einnehmen und im Geist der Jena-Plan-Pädagogik den Erwerb der Kulturtechniken einbetten bzw. sie in einer angewandten Form integrieren. Insbesondere das Teilziel Lebensmut/Lebensbezug knüpft an die Ausgestaltung des Sachunterrichts an und erweitert diesen zu einem fächerübergreifenden Fach mit Anteilen von Mathematik und Deutsch.

Bildung für nachhaltige Entwicklung wird in dieses Fach eingebaut und in seiner Ausrichtung berücksichtigt. Die SDGs (Sustainable Development Goals) werden ebenso Leitlinie sein wie die Inhalte des Brandenburger Rahmenlehrplans.

Ziel des Unterrichts ist nicht nur die Wissensvermittlung, sondern vor allem der Erwerb von urteilsfähigen Handlungskompetenzen. Dies beinhaltet auch die Entwicklung von Problemlösungsstrategien und der Entfaltung eines Forschergeistes mit Fragekultur. Fragen kennzeichnen die innere Motivation und das Interesse der Schülerin bzw. des Schülers am Lerngegenstand. Die Neugier ist nach der sinnlichen, achtsamen Begegnung, der zentrale Schritt einer nachhaltigen Aneignung- und Lernhaltung.

Diesen Antrieb greifen wir in der Projektarbeit und unseren wöchentlichen Exkursionen auf und verbinden ihn mit den Leitkompetenzen des Rahmenplans.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich dabei kognitive, kreative und kommunikative Fähigkeiten an und erlernen durch Strukturhilfen umfangreiche Möglichkeiten von Ergebnisgewinn, wie z.B. Projektarbeiten, Präsentation, Visualisierungen, Filmtechniken, Interviews, Protokoll.

Menschen hören, sehen und begegnen

Im Rahmen der Welterkundung wird verbindlich eine Wochenstunde als Begegnungsstunde mit Menschen, die die Welt bewegten oder bewegen, geführt. Themenangepasst werden einzelne Forscher, Erfinder und Entdecker als Menschen in den Fokus genommen. Schülerinnen und Schüler lernen über Personen und Vorbilder. Dies soll vor allem das persönliche Engagement und die Motivation des Einzelnen entfachen und die eigene Persönlichkeitsbildung stärken.

Ordnung

Als fachübergreifendes und lebenspraktisches Unterrichtsfach wird am Freitag zusätzlich das Fach Ordnung eingeführt. Es dient dazu alle Ablagen, Ordnungen, Übersichten aus allen Fächern zu kontrollieren und sachgerecht zu systematisieren und zu vervollständigen. Die Schülerinnen und Schüler werden damit nochmals indirekt aufgefordert ihren Lernprozess der Woche zu reflektieren. Parallel dazu werden Raum und Tische gesäubert und kleinere Pflegedienste erfüllt. Dieses Fach setzt voraus, dass die grundsätzlichen Abläufe im Schulsystem in Übereinstimmung stehen und von allen Pädagoginnen gemeinsam erarbeitet, genutzt und reflektiert werden. Dies trägt neben der Grundbefähigung des Lernenden systematisch zu Denken und zu Handeln auch zu Transparenz und Entwicklung der Schule bei.

Mahlzeiten

Im Rahmen der Gesamtausrichtung gemeinschaftlich gesund – lebensmutig – konzentriert wird den gemeinsamen Mahlzeiten eine wichtige pädagogische und auch religiöse Komponente zugesprochen. Gemeinsame Mahlzeiten prägen die Gemeinschaft und fördern Gesundheit und Ästhetik. Frühstück, Mittag und das nachmittägliche Vespern werden gemeinsam im Gruppenverband eingenommen und in Anteilen gemeinsam von den Schülerinnen und Schülern vorbereitet. Tischkultur und christliche Rituale bekommen einen hohen Stellenwert. Eine Essensteilnahme ist verpflichtend.

Achtsamkeitsübungen und Besinnung

In den Abläufen werden gezielt Zeitfenster für Konzentration, Achtsamkeitsübung und Besinnung eingebaut. Damit wird das Individuum gestärkt und der Alltagsstress minimiert. Der Einzelne, die Gemeinschaft und das System werden nachhaltig gestärkt.

4. Lerngruppen und geplante Schüler- sowie Klassenanzahlen

Die Stephanus-Grundschule ist als ergänzendes und besonderes Angebot neben den vorhandenen öffentlichen Grundschulen zu verstehen. So werden pro Jahrgang 22–24 Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Die erste Klassenstufe wird als Übergangsstufe homogen unterrichtet. Es ist das Ziel, die Schülerinnen und Schüler behutsam in der Kultur- und Lebenswelt der Schulgemeinschaft ankommen zu lassen.

Durch einen Mindestanteil von 50% jahrgangsübergreifenden Unterrichtformen lösen sich die homogenen Klassenstrukturen in den Klassenstufen 2–5 partiell auf. Ziel ist es, die Schulgemeinde als Platz der Identifikation und Beheimatung zu stärken und Verantwortlichkeiten für ein größeres System zu bilden.

Die Klassenstufe 6 wird angelehnt an die Klassenstufe 1 erneut in einem festeren, homogenen Lernverband unterrichtet, um den Übergang in die weiterführenden Schulen zu sichern.

5. Bewertung von Entwicklung und Leistung

Die regelmäßige Bewertung zur Beurteilung des Erbrachten und der Einschätzung von Wissen, Können und Fertigkeiten sowie des Entwicklungsfortschrittes des Kindes erfolgt bis Ende der 5. Jahrgangsstufe nicht über Ziffernoten, sondern über eine verbindliche Kompetenzerfassung. Die Stephanus-Grundschule wird dem „Das Lerndorf: Die kompetenzorientierte Grundschule“ vom AOL-Verlag arbeiten und dieses beständig für das eigene Schulsystem weiterentwickeln. Hier wird der Entwicklungs- und Lernprozess des einzelnen Kindes festgehalten.

Jedem Kind steht mindestens im Monat ein längeres Entwicklungsgespräch mit seinem verantwortlichen Lernbegleiter/in zu. Parallel dazu werden Rückmeldungen verbal, über kurze Vermerke, anhand von Symbolen und Kompetenzrastern vergeben sowie Erfolgsschritte im Logbuch festgehalten. Fehler sollen vor allem auch selbst erkannt und überprüft werden. Die PädagogInnen, die Eltern und das Kind können so der Entwicklung und dem Lernen folgen und dieses reflektieren. Zusätzliche Formate des Lobes, der Würdigung und Präsentation vor der Klassen- oder Schulgemeinschaft sollen entwickelt werden. Mindestens zweimal im Schuljahr finden Lernstands- und Entwicklungsgespräche mit zwei PädagogInnen, mit Eltern und Kind statt, wo die Lern- und Entwicklungsstände besprochen und gemeinsam Ziele festgelegt werden.

Für die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht wird ein schulinternes Curriculum zur Kompetenzermittlung herangezogen. Für alle Fächer sind die wesentlichen Vorgaben des Rahmenlehrplans für Grundschulen des Landes Brandenburg verbindlich, die sich jedoch in bezogen auf die Grundschulzeit in andere Lernrhythmen und zeitlichen Verortungen darstellen werden.

Die Kompetenzvermittlung und damit die entsprechenden Zielerreichungen werden in einem schuleigenen Curriculum transparent festgehalten und festgeschrieben. Am Ende des Schuljahres erhält das Kind ein Zeugnis in Form eines Kompetenzrasters ergänzt durch eine Verbalbeurteilung. Der Entwicklungstandes des Lernenden wird erstmalig am Ende der 5. Klasse in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch in Form von Noten dargestellt. Die Klasse 6 endet mit einem kompletten Ziffernzeugnis.

6. Elternarbeit

Das Konzept der Stephanus-Grundschule Pritzwalk sieht neben dem Elternhaus die Schule als eine zweite Sozialisationsinstanz an. Eltern, Großeltern und alle an der Erziehung beteiligten Menschen im Umfeld des Kindes sind in die Elternarbeit einzubinden.

Dem Familienleben eines jeden Kindes wird besondere Beachtung geschenkt, weil es sein Verhalten und Interesse in der Schule wesentlich beeinflusst. Darum suchen und pflegen die PädagogInnen den intensiven Kontakt zu den Eltern. Dieser ist notwendiger Bestandteil der Schulphilosophie. Die Eltern sind Partner und Berater, sie nehmen Einfluss und bestimmen teilweise die Geschehnisse an der Grundschule in Form von Elternarbeitsstunden mit. Diese Elternarbeitsstunden betragen pro Jahr pro Elternteil 10 Zeitstunden.

In folgenden Bereichen können diese geleistet werden:

  • Teilnahme und Vorbereitung öffentlicher Veranstaltungen,
  • Fundraising,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Mitgestaltung und Begleitung von Festen, Klassenfahrten und Exkursionen,
  • Gebäude- und Rauminstandhaltung,
  • Engagement als Elternvertreter
  • Einbringen von Talenten, Interessen und Hobbys in Form von pädagogischen Angeboten und Ausgestaltung von Elterntagen
  • leitende Funktionen im Förderverein
  • Koordinationsfunktionen zu Kirchenkreis, Kirchengemeinde oder Kommune

Besonderheiten der Elternarbeit

In jedem Jahrgang werden Elternsprecher gewählt. Sie sind entsprechend des Brandenburgischen Schulgesetzes in der erweiterten Schulkonferenz der Schule vertreten. Die Elternsprecher organisieren die Einladungen der halbjährlichen Elternabende, vertreten die schulischen Interessen aller Eltern der jeweiligen Stammgruppe, sind Ansprechpartner für Hinweise, Probleme und Ideen anderer Elternteile und verantwortlich für die Organisation der Elterntage. Halbjährlich finden Elternabende statt, um gemeinsame Aktivitäten der Schule zu planen, aber auch um relevante Themen oder Probleme anzusprechen und zu diskutieren.

Selbstverständlich stehen die PädagogInnen den Eltern zum steten Dialog zur Verfügung. Die PädagogInnen bieten wöchentlich feste Elternsprechzeiten an. Der Mittwoch stellt neben der gemeinsamen Gottesdienstzeit auch eine Möglichkeit der offen, unkomplizierten Begegnung dar. Darüber hinaus können auch noch zusätzliche pädagogische Veranstaltungen geschaffen werden, um sich untereinander als Eltern und mit den Lehrern auszutauschen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und auch ihren Kindern zu zeigen, dass den Eltern die Schule wichtig ist.

Lernstands- und Entwicklungsgespräche finden halbjährlich mit dem Kind, den verantwortlichen Pädagoginnen, den HortbetreuerInnen und den Eltern statt.

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